Japanische Gärten im Geiste des Zen
Dieser Garten ist kein Abbild Japans, sondern eine stille Übersetzung.
Eine Landschaft im Kleinen, entstanden aus Reisen, Geduld und dem Versuch, den Dingen zuzuhören.
Das Tor zwischen den Welten
Betreten wird der Garten durch ein Portal, an dem zwei Löwenstatuen wachen. Dort gibt es bald auch einen kleinen Brunnen, an dem sich Besucher die Hände waschen, bevor sie den Garten betreten – so, wie es in Japan üblich ist.
Der Blick, der zur Ruhe kommt
Unmittelbar nach dem Eintreten lädt am oberen Ende des Gartens ein Teehaus zum Verweilen ein. Ein regionaler Künstler hat hier mit einer authentischen Wandmalerei eine Atmosphäre geschaffen, in der man schnell vergisst, dass man sich eigentlich in Sachsen befindet.
Von hier oben schweift der Blick über ein kleines Meer aus Splitt, aus dem eine Bergkette aufragt, weiter über die Miniaturlandschaft bis hinunter zum Wasserbecken. Dort steht eine Buddhastatue aus Bronze, die der Kunde aus Japan mitgebracht hat. Sie spiegelt das Gesicht des Gartens wider.
Der lange Weg zum richtigen Ort
Ganz im Sinne des Zen nahmen wir uns immer wieder Zeit für Revisionen des Entwurfs. Da der Kunde sich auf seinen Geschäftsreisen in die asiatische Kultur verliebt hatte, waren seine Vorstellungen sehr präzise. Oft ging es darum, Wege zu finden, dieses asiatische Konzept in unsere klimatischen Bedingungen zu übersetzen. Für die Planung hatten wir fast zwei Jahre Zeit, um die japanische Gartenphilosophie möglichst stimmig widerzuspiegeln.
Eine Landschaft im Kleinen
So entstand eine Miniaturlandschaft mit unterschiedlichen Kiefernarten, Fächerahorn, Funkien, Azaleen, Hortensien, einer Bambushecke, japanischem Blütenhartriegel und verschiedenen Garten-Bonsais aus regionalen Baumschulen. Die typischen Moosflächen asiatischer Gärten wurden durch Sternmoos imitiert. Für echtes Moos müsste das Gartenklima deutlich nebliger und feuchter sein.
Dem Stein zuhören
Auch der Boden folgt einer eigenen Logik: Er sollte nicht zu nährstoffreich sein, damit die Pflanzen klein und ruhig bleiben. In den mageren, mit Steinen durchsetzten Lehmboden wurde zusätzlich eine Unterflurbewässerung verlegt, um den hohen Pflegeaufwand, der mit solchen Gärten einhergeht, etwas zu reduzieren.
Wenn der Garten still wird
Der Philosophie des Zen nach geht es bei der Gartengestaltung darum, die Buddhanatur, die in jedem Stein, jeder Pflanze und in allem Existierenden steckt, zum Vorschein zu bringen.
Damit das gelingt, lernen die Japaner das Hören auf die Elemente. Gutes Zuhören ist also gefragt, wenn Steine ausgewählt und in Position gebracht werden. Tage können vergehen, in denen ein Stein immer wieder gedreht und neu gesetzt wird, bis er genau so liegt, dass sein Gesicht sichtbar wird.
Erst dann beginnt er, seine innere Bewegung zu zeigen. Ziel all dieser Arbeit ist eine natürlich anmutende Landschaft, die den Betrachter in ihren Bann zieht.
Wenn dann ein Garten entsteht, den man lange betrachten kann, ohne genau zu wissen warum, ist er im Geist des Zen gewachsen.