alles über Schnittzeitpunkt, Sorten und Baumalter

Obstbaumschnitt

Viele Obstbäume werden entweder aus Angst davor etwas falsch zu machen oder aus Vernachlässigung nicht mehr geschnitten. Ganze Streuobstwiesen gehen verloren, weil sie nicht mehr gepflegt werden. Dabei gibt es eine einfache Grundregel: Fast jeder Schnitt ist besser als gar kein Schnitt.

Durch den Schnitt wird das Wachstum der Pflanze angeregt. Wenn Sie selbst Obsbäume im Garten haben, dann kennen Sie sicher auch die Schosser, die mit starkem Rückschnitt einher gehen können. Je stärker die Pflanze geschnitten wird, desto stärker treibt sie auch wieder aus. Das ist ein einfaches Wachstumsgesetz, was einem Leihen helfen kann, die Reaktion des Baumes zu verstehen.

Der richtige Schnittzeitpunkt

Nun wenn wir schon dabei sind kommt hier gleich ein weiterer wichtiger Faktor für einen erfolgreichen Obsbaumschnitt. Schneidet man den baum im Winter, regt dieser Schnitt das Triebwachstum stärker an, als ein Schnitt im Sommer. Das ist so weil die Kraft des Baumes, seine Vitalstoffe und Säfte, sich im Winter in die Wurzel zurück gezogen haben. Nehmen wir nun an dass Sie im Winter das Astwerk reduziert haben. Wenn jetzt im Frühjahr die Kraft im Baum wieder aufsteigt, dann hat er viel weniger Möglichkeiten Triebe und Blätter zu bilden. Die vorhandene Kraft schiebt also stärker.

Ein Schnitt nach der Ernte im belaubten Zustand hingegen, nimmt dem Baum auch ein Teil seiner Vietalkraft, die er vor dem Blattfall nicht mehr aus den Blättern ziehen kann. So kommt es beim Austreiben im Frühjahr dann zu weniger starkem Triebwachstum.

Es gibt noch andere Möglichkeiten den Baum zu kontrollieren bis hin zum Wurzelschnitt, doch wer den richtigen Schnittzeitpunkt für den Baum erkennt, der ist schon auf einem guten Weg.

Q&A Obstbäume sind Teil unserer Kultur und es ist eine Kunst sie zu pflegen und zu erhalten.

  • Bereits in der Antike wussten die Menschen um die Bedeutung des Obstbaumschnitts. Schon die Römer beschrieben in ihren Landwirtschaftsschriften Schnitttechniken, um Ertrag und Fruchtqualität zu steigern. Im Mittelalter wurde Obstbaumpflege in Klostergärten weiterentwickelt und diente nicht nur der Ernährung, sondern auch der Medizin. Bis heute knüpfen wir an diese lange Tradition an – mit modernen Methoden, die die Gesundheit der Bäume sichern und nachhaltig köstliche Früchte hervorbringen.

  • Obstbaumschnitt ist ganzjährig möglich, bei größeren Eingriffen ist aber die Vogelschutzzeit (1.3.–30.9.) zu beachten. In dieser Zeit sind großflächiges Entfernen von Ästen, Fällungen und umfassende Kronenpflege, die Brutplätze stören könnten, eingeschränkt.

    Praxis-Tipps:

    • Erhaltungsschnitt: Kleine Korrekturen, Auslichten einzelner Zweige und Entfernen von Totholz meist ganzjährig unproblematisch.

    • Rückschnitt/Formschnitt: Besser in Vegetationsruhe (Herbst/Winter, ideal Nov–Feb), außerhalb der Vogelschutzzeit.

    • Krankes Holz/Pilzbefall: Bei akuten Fällen ist sofortiges Handeln möglich; Dokumentation und Begründung sinnvoll.

  • Der Schnitt in der Winterruhe führt zu stärkerem Wuchs. Das ist sinnvoll, um Altbäume zu verjüngen.

    • Winter/Spätwinter: kräftig verjüngen, Form schneiden (besonders Kernobst).

    • Frühjahr (kurz vor Austrieb): ideale Verjüngungs- und Erziehungsschnitte.

    • Sommer: gezielte Auslichtung, Bremsen des Wuchses, Förderung der Fruchtbarkeit.

    • Herbst: nur schonend oder bei Bedarf (Totholzentfernung, Krankheitsbekämpfung).

    Bei jedem Schnitt ist auf saubere, scharfe Werkzeuge und fachgerechte Schnittführung zu achten, um Infektionen zu vermeiden. Gerne beraten wir Sie vor Ort, welcher Zeitpunkt und welche Schnitttechnik für Ihre Obstbaumarten und Ihre Ziele am besten passt.

  • Der Preis für den professionellen Schnitt eines Obstbaumes hängt von der Größe und dem Zustand des Baumes ab. Grob kann man sagen zwischen 50 und 300 Euro pro Baum, inklusive Entsorgung.

    Auch die Jahreszeit beeinflusst die Kosten, da die Entsorgung von Astmaterial im belaubten Zustand wesentlich aufwändiger sein kann.

Unser Einzugsgebiet

Von unserem Standort in Dresden-Pieschen erreichen wir Sie schnell in allen Stadtteilen: Loschwitz, Blasewitz, Striesen, aber auch in Radebeul, Coswig und Meißen.

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